



©Lexington Herald Leader (2003)
Übersetzung: Mir san Hund e.V. (2004)
Fotos: privat |
Es sind Hunde mit amputierten Gliedmaßen die Freude ins Leben von
schwerkranken und behinderten Kindern bringen.
Zweimal im Monat sind Forrest, ein Boxer-Mischling, und Gunner, ein Pitbull,
unter einer Gruppe von Hunden, die Patienten im Shriners Kinderkrankenhaus besuchen.
"Die Kinder fühlen sich mit den Hunden verbunden. Sie verknüpfen das Schicksal der
Hunde mit dem was sie selbst durchgemacht haben,", sagt Clint Bevins, Tierarzt aus
Frankfort. Er rettete beide Hund vor der Todesspritze durch die Amputation eines
ihrer Beine.
Auch die Eltern der Kinder im Krankenhaus erkennen den therapeutischen
Wert der Hunde. "Es ist die Macht von Berührung und Zuneigung, von bedingungsloser
Liebe", sagt Jamie Rushing aus Lexington, deren Sohn zur Operation im Krankenhaus
liegt. "Es ist großartig, die Hunde hier zu haben."
Tierarzthelferin Melanie Aitken steht im Mittelpunkt der Geschichte, die
sich um einen Tierarzt dreht, der Menschen unterstützt und mit ihnen mitleidet, wenn
sie ihre Zeit und ihr Geld dafür geben, verletzte und missbrauchte Tiere zu retten
und wieder zurück ins Leben zu führen. Hundetrainer von "K9 Paws Abilities
Unleashed" [Hunde mit leinenlosen Pfotenqualitäten] in Frankfort bildeten die Hunde
zu Therapeuten aus, schickten sie raus in ein neues Leben im Dienste der
Allgemeinheit und der hilfreichen Macht eines freundlichen Leckens und
Schwanzwedelns. "Ich wusste, ich muss ein Zuhause für Forrest finden,", sagte Aitken.
"Er war von seinen Besitzern ausgesetzt worden. Er war noch ein Welpe und er tat mir
so leid."
Forrest war von einem Auto angefahren worden.
Bevins erzählt, dass die Eingebung für seinen neuen Namen aus der Szene im Film
Forrest Gump stammt, wenn es für den Titelhelden heisst, "Lauf, Forrest,
lauf!"
Gunner wurde sterbend zurückgelassen nachdem man ihm in die Brust schoss;
die Kugel durchschlug einen Knochen in seinem Vorderlauf. "Er hatte eine üble
Operation, verlor sehr viel Blut, geriet in einen Schockzustand, " erzählt
Bevins.
Aitkin pflegte Gunner bis er wieder gesund war, schlief zwei Nächte auf einem
Feldbett in Bevins Praxis. "Man durfte ihn nicht bewegen und er musste rund um die
Uhr beobachtet werden."
Die Operation und alle Folgekosten wurden mit Geldern finanziert, die
Holly's Place aus Lawrenceburg aufgebracht hat,
die, wie Aitken sagt "Hunde von der Schippe retten, Hunde die als unvermittelbar
gelten."
Aitken fand für jeden Hund ein Zuhause bei einer Familie, und Hundetrainerin
Liz Norris bildete sie aus.
"Sechs Wochen intensiven Unterrichts zu Unterordnung und Änderung des Verhaltens,"
erzählt Norris. "Sie lernen gutes Benehmen und nicht in Panik zu geraten, wenn sie
inmitten fremder Gerüche sind, lauten Geräuschen, Joggern oder Rollstühlen. Und das
Ignorieren von Futter, damit sie nichts Essbares stibitzen."
Norris brachte den Hunden auch kleine Tricks bei. "Sie können sich
verbeugen, oder so tun, als würden sie beten," erzählt sie.
"Beide sind ausgesprochen süsse Hunde. Wenn Forrest diese Kinder sieht, wedelt er
mit dem ganzen Körper," erzählt Aitken. "Gunner ist ein kluger Dickkopf,
versucht jeden übers Gesicht zu lecken."
"Ich mag den Pitbull," sagte Larry Stewart, ein 19jähriger Patient aus dem
Bezirk von Ohio. "Ich hab selbst einen Pitbull-Boxer-Mischling. Mein Hund tut keiner
Fliege was zuleide."
"Pitbulls sind eine der intelligentesten Rassen," sagt Norris. "Es ist genau das
richtige Temperament, für das was Sie hier sehen."
Die Hunde sind unangeleint und dürfen sich im Aufenthaltsraum der Klinik
frei bewegen. Sie klettern auf die Betten der Kinder und sitzen neben ihren
Rollstühlen.
"Es hat sich gezeigt, dass das Streicheln der Hunde und das Spielen mit ihnen, den
Blutdruck von Menschen absenken kann," sagt Tommie Whitaker, ein
Beschäftigungstherapeut des Shriners Krankenhauses an der Richmond Road.
"Die Kinder freuen sich darauf, Zeit mit den Hunden verbringen zu dürfen. "Sie
fragen, 'Wann kommen sie?' und wenn der Besuch zum Bespiel wegen Unwetters abgesagt
werden muss, dann weinen sie. Allein nur die Hunde hier zu haben führt dazu, dass
es ihnen besser geht."
Der 19jährige Josh Emerson aus Lexington sagt, er genießt die Zeit mit den
Hunden. Einer seiner Lieblinge ist Shelby, ein American Eskimo-Mischling, den Aitken
mitbringt wenn sie in die Klinik kommt. "Zu hause hab ich einen weissen Bichon,"
sagt Emerson.
Es ist eine gemeinsame Zeit der Ruhe für alle, weit weg von Schule, Physiotherapie
und Arztterminen. Wie ein Stück zuhause, mit den Hunden in Verstecken herumtollend.
"Ich liebe Hunde," sagt die 19jährige Sabrina Helton aus Prestonsburg, die in
der Klinik operiert wurde. "Es geht mir gut, wenn sie da sind."
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